vorgestellt

 

800 Jahre Deutscher Orden in seiner Residenz Ellingen, hrsg. zur Ausstellung vom 3. September 2016 bis zum 5. März 2017 im Kulturzentrum Ostpreußen (= Ellinger Hefte. Schriften­reihe des Stadtarchivs Ellingen. Nr. 48), Redaktion : Wolfgang Freyberg. Erhältlich im Kulturzentrum Ostpreußen, Schloßstr. 9, 91792 Ellingen, zum Preis von € 8,– (zzgl. Porto und Verpacknung)

 

Die Übergabe eines Spitals in Ellingen an den Deutschen Orden am 8. September 1216 markiert ein wegweisendes Datum in der Geschichte der Stadt. Im Stadtbild Ellingens mit Schloss, Kirchen, Spital, Verwaltungsgebäuden und Stadtmauer hat das Wirken des Deutschen Ordens bis heute noch unübersehbare Spuren hinterlassen.

 

Der 800. Wiederkehr dieses Gründungsdatums ist die Ausstellung 800 Jahre Deutscher Orden in seiner Residenz Ellingen gewidmet, die noch bis zum 5. März im Deutschordensschloss gezeigt wird (und über deren Eröffnung DW bereits im Oktober 2016 berichtet hat). Zu dieser Ausstellung ist ein 64-seitiges mehrfarbiges Begleitbuch entstanden, das einen vorzüglichen Eindruck von der Konzeption vermittelt und zur intensiven Beschäftigung mit diesem lohnenden Themenkomplex einlädt. Die von Udo Arnold und Hermann Seis verfassten Texte sowie die von Bernhard Denga gestalteten Bildtafeln zeigen – auch anhand zahlreicher historischer Dokumente – eindrucksvoll, wie der Deutsche Orden entstand, wie es zur Gründung eines Spitals in Ellingen kam und wie der Orden dann in der kleinen Stadt Fuß fasste. Beschrieben werden dazu die von den Ordensbaumeistern errichteten Bauwerke wie die Pfarrkirche und die Spitalanlage sowie die individuellen Lebensgeschichten einzelner Hauptakteure wie des Ballei­rates Johann Jacob Herold, des Landkomturs Heinrich von Hornstein oder des Landkomturs Graf von Sazenhofen.

 

Aufschlussreich ausgeleuchtet wird zudem der kulturelle Kontext. Dazu zählen beispielsweise die Lebensumstände der Ellinger Henker, das Ausmaß und die Konsequenzen der »Hexenverfolgung« in der Region oder das Schicksal der jüdischen Gemeinde. Berücksichtigung findet sogar die Verbindung des Grafen Ferdinand von Waldstein-Wartenberg, der 1787 als Novize der Ballei Franken in Ellingen dem Deutschen Orden beitrat, und dem von ihm geförderten Ludwig van Beethoven. Erläutert werden freilich aber auch der Untergang des Ordens in Ellingen, die Eroberung durch Preußen und endlich die Weitergabe der Stadt an das bayerische Königshaus.

M. Fritsche