Notizen aus ... (4/2017)

Danzig

 

Griff nach den Sternen Raumfahrt- und Satelliten-Technologie heißt ein neuer Studiengang, der zukünftig in einer Kooperation von drei Hochschulen angeboten wird. Daran beteiligen sich die Technische Hochschule, die Akademie der Handelsmarine und die Akademie der polnischen Seestreitkräfte. Zu den Lehrkräften gehören zudem Mitarbeiter der polnischen Raumfahrt-Agentur. Mit solch einer interdisziplinären Zusammenarbeit von verschiedenen Institutionen wird, wie Prof. Jacek Namieśnik, der Rektor der TH, während der Eröffnungsveranstaltung betonte, in Polen Neuland betreten. Gleichwohl lässt sich schon heute prognostizieren, dass ­Studierende dieses Fachbereichs glänzende Berufsaussichten haben werden.

 

Wissenschaftliche Ehrungen Am 28. Januar, dem Geburts- und Todestag von Johannes ­Hevelius, wurden traditionsgemäß im Rechtstädtischen Rathaus die alljährlich von der Stadt verliehenen Jan-Heweliusz-Preise für herausragende wissenschaftliche Leistungen überreicht. Ausgezeichnet wurden Professor Jerzy Zajadło, der sich als Jurist in seiner prämierten Studie Die Theorie schwieriger Rechtsfälle mit grundsätzlichen rechtsphilosophischen Fragen auseinandergesetzt hat, sowie Professor Kazimierz Darowicki, der Lehrstuhlinhaber für Elektrochemie, für seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Korrosion und zum Korrosionsschutz.

 

Fähre Motława II Der Dekan der Abteilung für Schiffbau an der Technischen Hochschule, dr hab inż. Janusz Kozak, hat dem Maritimen Museum die technische Dokumentation der neuen Personenfähre Motława II übergeben. Dieses Boot soll möglichst bald das bisherige, schon 30 Jahre alte Fahrzeug ersetzen, das das Krantor mit dem Maritimen Museum verbindet. Das Besondere an der Fähre ist ihr elektrischer, durch Sonnenenergie erzeugter Antrieb. Man wird die Fähre künftig von beiden Seiten besteigen können, und für Fahrräder und Kinderwagen soll mehr Platz geschaffen werden.

 

Fähre Peter Pan Die Nauta-Werft in Gdingen hat erneut einen attraktiven Auftrag erhalten. Die Autofähre Peter Pan der TT-Line, die zwischen Travemünde und Trelleborg in Schweden verkehrt, ist in der Werft eingedockt worden. Das 2001 in Dienst gestellte Schiff – mit Abmessungen von 191 m Länge und fast 30 m Breite –, das neben Fahrzeugen 744 Passagiere an Bord nehmen kann, wird einer tiefgreifenden Modernisierung unterzogen. So wird z. B. der Antrieb auf ökologischen Brennstoff umgerüstet, die Elektro- und Sanitärinstallationen sind zu erneuern, und es müssen umfangreiche Malerarbeiten ausgeführt werden.

 

Hisst die Segel! Im Rahmen eines EU Programms zur Förderung des südlichen Ostseeraums zielt das neue Projekt Baltic Pass – Maritime Heritage Tours darauf, jungen Menschen, Touristen, Multiplikatoren der Reiseindustrie, aber auch Vertretern von Wirtschaftsunternehmen die Faszination des Segelns und den kulturellen Reichtum der Region zu vermitteln. Neben einer Reihe von assoziierten Partnern sind daran die Hansestadt Rostock, das Roskilde Business College, Dänemark, die Simrishamn's Scouts aus Brantevik, Schweden, die Universität Memel (Klaipeda), Litauen, und schließlich das Städtische Sport-Zentrum Danzig (Gdański Ośrodek Sportu) beteiligt, das die Federführung des gesamten Projekts übernommen hat. Zum Einsatz kommen soll dabei z. B. die Zweimastbark General Zaruski. Die beeindruckende und für diese Zwecke hervorragend geeignete Yacht hat ihren Liegeplatz gegenüber dem Krantor. 

■ Peter Neumann

 

Nun also doch! Zur Überraschung der meisten Beobachter ist das Museum des Zweiten Weltkriegs am Donnerstag, dem 23. März, eröffnet worden. Die schwerwiegenden Bedenken aus den Reihen der nationalkonservativen Regierung haben somit nicht dazu geführt, dass die Ausstellungskonzeption noch kurzfristig verändert worden wäre. Gleichwohl spricht der Kulturminister, Piotr Glinski, freilich weiterhin von möglichen späteren Korrekturen. Diese heikle Situation ist durch die Eröffnung also weiterhin noch nicht endgültig geklärt. – Realisiert wurde inzwischen offenbar auch der (von DW im Januar referierte) Plan, den Platz vor dem Museum nach einem der profiliertesten und bekanntesten (allerdings auch „unbequemen“) polnischen Nachkriegspolitiker zu benennen ;  denn die Adresse lautet jetzt :  Plac Władysława Bartoszewskiego 1.

DW

 

 

Elbing

 

Schwarzarbeit Der Polnische Grenzschutz hat drei Weißrussen festgenommen, die ohne Arbeitserlaubnis als Schweißer in Elbing tätig gewesen sind. Der Arbeitgeber wird nun eine Anzeige erhalten. Zwar klagen die Firmen oftmals darüber, dass sie keine hinlänglich qualifizierten und arbeitswilligen Beschäftigten finden können und greifen deshalb bereitwillig auf Arbeitnehmer aus Weißrussland oder der Ukraine zurück. Diese schwierige Situation legitimiert aber keineswegs dazu, auf die korrekte Beantragung einer entsprechenden Arbeitserlaubnis beim Woiwoden zu verzichten.

 

Betrieb des Oberlandkanals gefährdet Die Mechanik im Maschinenhaus des Rollberges Buchwalde (Buczyniec) bedarf dringend einer Reparatur. Nachdem die Anlage viele Jahre ohne jede Grundsanierung gelaufen war und 2014 dann eine umfangreiche Renovierung abgeschlossen werden konnte, haben Spezialisten nach Ende der Saison 2016 festgestellt, dass sich in den letzten zwei Jahren schon wieder zahlreiche Mängel ergeben haben, ohne deren Behebung die Schifffahrt auf dem Kanal nicht möglich wäre. Die Reparatur der betroffenen technischen Einheiten soll 280.000 Złoty (ca. 65.000 Euro) kosten. Die ausführende Firma hat fest zugesagt, die Instandsetzung bis zum Beginn der Saison 2017, am 1. Mai, fertigzustellen.

 

 

Tod im Wasser Am 18. März hat sich an der Berg­straße (Górnośląska) ein 45-jähriger Mann in die Hommel (Kumiela) gestürzt. Trotz der raschen Reaktion von Passanten und den bald anrückenden Feuerwehrleuten konnte er nicht mehr gerettet werden. Augenzeugen berichteten, dass er sich von einer Sitzbank erhoben habe und unvermittelt in den Fluß gesprungen sei. Eine Frau versuchte noch, ihm zu helfen, indem sie ihm eine Hundeleine zuwarf, die kräftige Strömung des Flusses riss den Mann aber mit sich fort. Nicht weit von der Gorch-Fock-Straße (Oliwska) entfernt, wurde der Leichnam geborgen. Die Polizei hat den Vorgang als Selbstmord klassifiziert.

 

Besseres Gleiten und Rollen Die Eis- und Rollschuhbahn, die sich im Bereich des ehemaligen Jahn-Sportplatzes befindet, hat eine neue Beton-Decke erhalten. Für diese Maßnahme sind Kosten von fast einer halben Mio. Złoty aufgewendet worden. Diese Summe ist fraglos gerechtfertigt, denn Elbing ist ein wichtiges polnisches Eislauf-Zentrum, aus dem erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler hervorgegangen sind. Neben den Siegern bei nationalen Meisterschaften sind hier immer noch vor allem Elwira Seroczyńska und Helena Pilejczyk zu nennen, die bei der Winterolympiade 1960 in Squaw Valley eine Silber- bzw. eine Bronzemedaille im Eisschnelllauf errungen hatten.

■ Lech Słodownik

 

Marienburg

 

Schon wieder ein Großbrand in Marienburg In den frühen Morgenstunden des 10. März brannte das Dach der Historischen Mühle im Ortsteil Kalthof lichterloh. Es wurde durch das Feuer vollkommen vernichtet. Die Mühle ist 110 Jahre alt und wird im Kommunalen Register der Historischen Denkmäler geführt. In dem Gebäude befindet sich eine Kunstwerkstatt, deren Inventar durch den schnellen Einsatz der Marienburger Berufsfeuerwehr fast gänzlich gerettet werden konnte. Während der Löscharbeiten mussten die Bewohner des Nachbarhauses evakuiert werden. Der Brandschaden wird auf mehrere hunderttausend Złoty geschätzt.

 

Zum Jubiläum eine eigene Sporthalle Kurz vor dem 15. Jahrestag ihres Bestehens erhielt die erste katholische Schule der Stadt eine eigene Sporthalle. Sie ist 24 × 12 m groß und wurde nach einer Bauzeit von einem halben Jahr fertiggestellt. Die Kosten sollen mehr als eine Mio. Złoty betragen und sind vom Landkreis, von der Stadt sowie dem Marschallamt Danzig aufgebracht worden.

 

Lerne Englisch – umsonst! Die Stadtbibliothek bietet in der Lateinschule kostenlose Englischkurse für Anfänger und für Fortgeschrittene an. Sie werden von einer aus Armenien stammenden Dozentin, Frau Diana Hovhannsyan, geleitet.

 

Deutlich weniger Arbeitslosigkeit Mit einem Wert von 17 % hat die Arbeitslosigkeit im Landkreis Marienburg zum Jahresbeginn 2017 einen neuen Tiefststand erreicht. Die Leiterin des Arbeitsamts führt diese Tendenz auf die günstige Konjunkturlage zurück; darüber hinaus sieht sie darin einen Beleg dafür, dass die bereitgestellten Fördermittel für die Aktivierung von Langzeitarbeitslosen sinnvoll eingesetzt werden und eine positive Wirkung entfalten.

 

Gäste aus der Partnerstadt Nachdem eine Marienburger Delegation 2016 die Partnerstadt Nordhorn besucht hatte, werden nun 40 Personen aus Nordhorn in der Zeit vom 25. bis zum 29. Mai einen Gegenbesuch in Marienburg abstatten. Sie werden privat bei Gastfamilien untergebracht. Die Stadt hat bereits ein umfangreiches und attraktives Programm entworfen, das Frau Katarzyna Fabianska, die im Magistrat für ausländische Kontakte verantwortlich ist, koordiniert.

 

Dringliche Renovierung Die Polnische Staatsbahn (PKP) hat eine Dringlichkeitsliste für renovierungsbedürftige Bahnhöfe erstellt. Die erste Position nimmt darauf der Bahnhof in Simonsdorf (Szymankowo) ein, weil er ein „Ort historischer Ereignisse“ ist. Am 1. September 1939 sind dort 20 Menschen – ­Eisenbahner, Zöllner und einige von deren Ehefrauen – bei einem deutschen Angriff getötet worden. (Mit diesem „Massaker von Simonsdorf“ wird sich DW in einer der nächsten Ausgaben ausführlicher beschäftigen.) Nach dem Urteil der Bürgerinnen und Bürger bietet der schlechte bauliche Zustand des Bahnhofsgebäudes gerade angesichts der herausgehobenen historischen Bedeutung ein „schändliches Bild“ . Im Blick auf die Realisierung hofft die PKP auf eine finanzielle Unterstützung ihres Vorhabens durch die EU.

 

Vorzügliche Tourismus-Bilanz für 2016 Unter der Leitung von Bürgermeister Marek Charzewski fand im Zentrum für Tourismus, das in der ehemaligen Flatauer-Villa in der Langgasse beheimatet ist, ein Treffen von Vertretern der Stadt und von Unternehmern der Touristikbranche statt. Der Bürgermeister referierte, dass das Jahr 2016 im Blick auf den Fremdenverkehr ein Rekordjahr gewesen sei. Noch in keinem Jahr zuvor hätten derart viele Touristen die Stadt Marienburg besucht. Es wurden insgesamt 670.000 Gäste gezählt. Davon entfielen 142.000 auf ausländische Touristen. Am stärksten vertreten waren als Herkunftsländer die Bundesrepublik Deutschland (59.000), Russland (12.000), Spanien (10.000), Litauen (9.000), Frankreich (7.000) sowie Italien und die USA (jeweils 5.000). Dieses hervorstechende Ergebnis ließ sich auf jährliche Publikumsmagneten wie das Großevent der „Belagerung der Marienburg“, aber auch auf die besonderen Feierlichkeiten zum 730. Stadt-Jubiläum oder der Wiedererrichtung der Madonnenfigur in der Nische der Schlosskirche zurückführen. Trotz dieser außergewöhnlichen Dichte herausragender Veranstaltungen soll der Erfolg des Vorjahres als Ansporn wirken, durch die Förderung und Weiterentwicklung des Tourismus auch 2017 ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

  ■ Bodo Rückert

 

Thorn

 

Ökologisches Schaufenster Die diesjährige „BIOFACH”, die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, die vom 15. bis zum 18. Februar in Nürnberg stattgefunden hat, verzeichnete in diesem Jahr fast 2.800 Aussteller aus 88 Ländern und lockte mehr als 50.000 Besucher aus 134 Ländern an. Diesmal nahm auch eine Gruppe von immerhin 40 Vertretern aus der Woiwodschaft Kujawien-Pommern teil. Darunter waren beispielsweise Repräsentanten der Makaroni-Fabrik Bio Babalscy und des Bio-Lebensmittelproduzenten BioHurst (beide aus Pokrzydowo, Kreis Strasburg) oder der Bio-Bäckerei Eko Piekarnia und der Süßigkeiten-Fabrik Eko Florka (beide aus Thorn). Die ­Tradition der Erzeugung von Bio-Lebensmitteln ist in der Region schon seit längerer Zeit fest verwurzelt. Die ersten ökologischen Bauernhöfe entstanden vor über 20 Jahren. Jetzt gibt es in der Woiwodschaft 385 Bio-­Lebensmittelproduzenten und 18 Obst- und Gemüseverarbeitungsbetriebe.

 

Geburtstag des Namenspatrons Die Nikolaus Kopernikus Universität (UMK), eine der herausragenden polnischen Hochschulen, feiert jedes Jahr am 19. Februar den Geburtstag des großen Astronomen, denn auf diesen Tag legt sie regelmäßig ihr Universitätsfest. 2017 begannen die Feierlichkeiten am Vortag mit dem traditionellen Universitätskonzert, das vom Thorner Symphonischen Orchester, dem Militärorchester aus Bromberg und dem Akademischen Chor der UMK, gestaltet wurde. In diesem Rahmen wurden der berühmte Maler Jan Pręgowski von der Fakultät für Bildende Kunst sowie der Physiker Prof. dr hab. Andrzej Jamiołkowski mit dem Titel eines Ehrenprofessors ausgezeichnet. Am Geburtstag von Kopernikus wurden Blumen und Kränze an seinem Denkmal niedergelegt; und anschließend versammelten sich Professoren und Studenten in der Hauptaula der Universität zu einem Festakt.

 

Groß angelegtes Wirtschaftsforum Am 13. und 14. März fand (im Hotel Copernicus) zum 24. Male das Welconomy Forum statt, das von der Gesellschaft für Integration und Zusammenarbeit (Stowarzyszenie Integracja i Współpraca) veranstaltet wird. Es ist einer der größten Kongresse dieser Art in Polen überhaupt. Teilnehmer sind regelmäßig im nationalen wie im internationalen Kontext wichtige Persönlichkeiten aus der Politik, aus Unternehmen sowie der Wissenschaft. In diesem Jahr diskutierte man über die aktuellen Tendenzen innerhalb der EU sowie über die Problemkonstellationen der globalen Politik und deren Einflüsse auf die eigenen Handlungsper­spektiven. Dabei konzentrierten sich die Themen am ersten Tage auf den Bereich der Wirtschaft und am zweiten auf denjenigen der sozialen Systeme. Andere Arbeitsfelder boten beispielsweise die Zukunft des Hochschulwesens in Polen, der Naturschutz, der Zusammenhang zwischen der Modernisierung der polnischen Armee und der Wirtschaft des Landes, die Rolle von Frauen in den Unternehmen oder die Entwicklung der Schifffahrt. – Einen eigenen Akzent setzten Debatten über Möglichkeiten einer intensiveren wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Polen und Belarus, zu denen der Botschafter des Landes sowie Vertreter der Region Mogilev eingeladen worden waren.

 

Kampfmittelräumung Während des Ausbaus und der Modernisierung des Thorner Hospitals in Weißhof (Bielany), über die DW in der vorherigen Ausgabe berichtet hat, stießen Bauarbeiter am 17. und am 20. März auf etliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Es handelte sich um deutsche Geschosse vom Kaliber 8,8 cm und 3,7 cm. Bei den 8,8-cm-Geschossen musste bei der Sprengung ein Sicherheitsabstand von 700 m eingehalten werden. Der Minenräumer Maciej Grabowski ist auch sonst oft im Einsatz: kurz zuvor fand er bei der Modernisierung der Ringstrasse in Thorn-Nord etliche Blindgänger. Auf dem linken Weichselufer wurden von ihm Ende des letzten Jahres ebenfalls Geschosse entdeckt. Diese Munition vom Kaliber 12,2 cm gehörte zur deutschen Garnison Thorn und sollte zur Verteidigung der Stadt im Januar 1945 eingesetzt werden.

■ Piotr Olecki

 

Bromberg

 

BCS eröffnet Das am 15. März 2017 eröffnete Bydgoszcz Center for the Arts. Stanislaw Horno-Poplawski (BCS) ist ein neuer attraktiver Ort auf dem kulturellen Stadtplan. Es befindet sich an der ul. Jagiellońska (der ehemaligen Wilhelmstraße) in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums Focus-Mall in einem Gebäude des ehemaligen Schlachthofs. Mit Ausstellungen, Vorträgen, Workshops und künstlerischen Veranstaltungen will das BCS Kunst und Kultur für jedermann zugänglich machen und für alle Bürger Brombergs offen sein. Das Zentrum bemüht sich insbesondere um eine Verbindung von Kunst mit neuen Technologien. So können die Besucher z. B. die Arbeit und die Biographie der ausstellenden Künstler dank einer Virtual-Reality-Brille wirklichkeitsnah erkunden. – Das Zentrum ist der Erinnerung an den – auch als „Meister des polnischen Meißels“ gerühmten – Bildhauer Stanislaw Horno-Poplawski gewidmet : Er lehrte nach dem Zweiten Weltkrieg in Białystok, Thorn und Danzig und ist mit Bromberg dadurch verbunden, dass er 1968 das neue Sienkiewicz-Denkmal im Jan-Kochanowski-Park (dem ehemaligen Bis­marck-Garten) schuf.

 

Baustellen Am Ufer der Brahe werden zurzeit zwei Großvorhaben verwirklicht. Von der Innenstadt aus etwas flussabwärts entsteht mit dem River Tower ein 20-stöckiges, 65 Meter hohes Wohngebäude, das in zwei Türmen insgesamt 128 Wohnungen umfassen wird. Ebenfalls auf dem rechten Brahe-Ufer wächst, nur einen Steinwurf entfernt, der Rohbau einer neuen Eissporthalle heran. Das von der Stadt errichtete und rund 23,5 Mio. Zł. (knapp 6 Mio. Euro) teure Objekt soll im Oktober 2017 eingeweiht werden. Die neue Sportstätte wird dann mit der daneben befindlichen Mehrzweckhalle Łuczniczka und der vornehmlich für Basketball-Spiele genutzten Artego Arena ein gemeinsames Ensemble bilden. Die 2002 eingeweihte Łuczniczka bietet bei Konzerten, Messen und Ausstellungen knapp 9.000 Zuschauern Platz. In der aus dem Jahre 2014 stammenden Artego Arena verfolgen bis zu 1.500 Zuschauer die Meisterschaftsspiele der Basketball-Mannschaften der Frauen (Artego) bzw. der Männer (Astoria Bydgoszcz). Beide Teams gehören der höchsten polnischen Basketball-Liga an.

 

Mobilfotografie Nozbe Mobile Photo Trip ist ein polenweites Vorhaben, das das Fotografieren und Filmen mit Handy-Kameras fördern will. In diesem Rahmen kamen am 18. März rund 30 Enthusiasten der mobilen Fotografie in Bromberg zusammen, um Hunderte von Aufnahmen zu machen, die später in einer Ausstellung präsentiert werden und vor allem über Instagram auch online erreichbar sein sollen. Weniger als auf typische Touristenattraktionen, also die Altstadt oder die Mühleninsel, konzentrierten sich die Fotografen auf das alltägliche Leben in der Stadt. Es geht ihnen bevorzugt um Motive, die in kleinen, abseits gelegenen Straßen oder in Hinterhöfen zu entdecken sind. – Im Projektverlauf werden insgesamt zehn Städte besucht. Vor Bromberg sind bereits Breslau, Kattowitz, Warschau, Thorn, Płock, Danzig und Gleiwitz mit einbezogen worden.

■   Ulrich Bonk